30. März 2019 – Auch auf dem Golan scheint keine Sonne

Der heutige Tag begann mit mühsamen Wachwerden und Herausquälen aus dem warmen Schlafsack. Da die letzte Nacht äußerst kurz war und die Matratzen auf der Farm nicht besonders bequem, fiel es uns schwer, den Tag mit einem Lächeln zu beginnen. Nach einem eher nicht so ausgiebigen Frühstück ging es dann um halb neun mit dem Bus in Richtung Osten. Mit der Ankunft in dem mit Geiern bewohnten Gebiet Gamla, bestaunten wir die atemberaubende Natur welche sich uns bot. Ohne Umschweife ging es los mit dem Rundgang und schon hatten wir auch einen dieser riesigen Vögel vor Augen. Mit dem Blick in ein voluminöses Tal, konnten wir einen Klippschliefer und unser nächstes Ziel erspähen.

Die Festung Gamla

Steil bergab, auf einem holprigen, von Steinen geprägten Pfad, führte uns unser Weg zu einer uralten Festung, von welcher wir die Sicht auf einen massiven Berg, mit der scheinbaren Gestalt einen Kamelrückens, hatten. Mit lautem Ächtzen und Stöhnen der Gruppe galt es nun, den steilen Bergpfad wieder emporzuklimmen. Jetzt konnten wir aber auch erst einmal eine Pause für den kleinen Hunger und Durst einlegen. Eine halbstündige Fahrt dauerte es bis wir am nächsten Zielort ankamen. Die Golanhöhen ist ein Gebiet im Nordosten von Israel, an der Grenze zu Syrien. Ein Berg in diesem Gebiet dient der UNO als Beobachtungsposten. Israel besetzt diesen Berg bis heute, da syrische Kämpfer zuvor von dort Schüsse auf nahe gelegene Wohnorte abgaben. Auf politischer Ebene ist diese Besetzung international noch nicht komplett anerkannt, doch die Äußerung Donald Trumps, dem US-amerikanischen Präsidenten, dieses Areal sei fester Bestandteil des israelischen Stastsgebietes, brachte etwas Bewegung in diesen Prozess. Wir erhielten sogar die Möglichkeit uns mit zwei dort stationierten UN-Soldaten zu unterhalten.

Gespräch mit UN-Soldaten

Sie konnten uns viele, für uns noch offene Fragen beantworten. Fragen, welche sich besonders auf die politische und militärische Lage bezogen. Wie sich die vor kurzem geäußerten Aussagen Trumps auf die Situation vor Ort an der Grenze auswirken oder ob dies der einzige Beobachtungsposten der UNO in Israel sei. Auf die erste Frage kam zum Beispiel die Antwort, sie könnten keine genauen Angaben geben, da sie dazu nicht befugt seien. Andere Fragen wurden indes um einiges präziser beantwortet, sie erläuterten uns genau welche Rolle die UNO in Israel spielt, wie viele UNO-Vertreter in Israel vor Ort sind und in welchen Gebieten sie sich aufhalten. Ein plötzliches Einsetzen von Starkregen und Hagel überraschte uns und es trieb uns in ein dortiges Cafe, in selbigen es zu bereits erwähnten verbalen Austausch kam. Ein leckeres Mittagessen bestehend aus traditionellen Speisen der Drusen ließ uns mit diesem ereignisreichen Tag gut abschließen. Infolgedessen fuhr uns der Busfahrer zurück nach Ma’alot, wo wir in den Häusern unserer Gastfamilien den Tag ausklingen ließen.

Short English summary:
We woke up at 7 o’clock, without any energy for the day. The night was really short and not even pleasant. So we had a quick breakfast with subsequent ride to the east of Israel. There, we visited Gamla, an area where vultures live. Also located there is a really old and broken fortified city, where we have stayed for a couple of minutes. From this point we have seen a mountain shaped like a back of a camel. After a little relaxing time, we went by bus to the Golan Heights, there we have looked above the country and also at the border between Israel and Syria, talked to a UN- soldier about the situation in the current time at the border and were getting wet from rain and hail. All of us were so surprised because of the amount of rain and especially the hail. Then, the bus driver drove us safely and without any complications to Ma’alot. 

Carl